Jubiläum 125 Jahre SV Wallisellen 1987
Ansprach von OK Präsident Otto Maurer am Freitag, 2. Oktober 1987 im Gemeindesaal.
Sehr geehrte Damen und Herren
Liebe Festgemeinde
Liebe Schützenfreunde
Ich begrüsse Sie zum Jubiläumsabend 125 Jahre SV Wallisellen
Speziell begrüssen möchte ich unsere Ehrengäste, unsere Ehrenmitglieder, die Delegationen der Walliseller Vereine und der umliegenden befreundeten Sektionen.
Unser Jubiläum gibt mir Gelegenheit, etwas auf die Geschichte des SVW einzugehen, der wohlvermerkt der dorfälteste Verein in Wallisellen ist. Das Schiesswesen wurde ja in unserem Lande schon seit dem ausgehenden Mittelalter gepflegt und war als Volkssport verbreitet. Auch in unserer Region schlossen sich die Schützen bereits Mitte des letzten Jahrhunderts zusammen, so bildeten die Schützen von Wallisellen, Opfikon und Oberhusen zusammen ein gemeinsames Schützengut, aus welchem die Kosten für den Unterhalt des Schiessplatzes und die Schiessübungen bestritten wurde. Dieses Schützengut wurde 1855 aufgeteilt, so dass sich die Walliseller Schützen nach anderen Schiessmöglichkeiten umsehen mussten. 1862 führte dies dann zur Gründung des Schiessvereins Wallisellen. Die ersten Schiessübungen wurden auf freiem Feld im heutigen Industriegebiet Herti mit Schussrichtung Seebach abgehalten. Mit der Einführung des neuen Ordonanzgewehres 1889, das langsam das Vetterligewehr ablöste, genügte dieser Schiessplatz den Sicherheitsanforderungen nicht mehr, so dass die Gemeinde einen neuen Schiessplatz in den Breitenächern einrichtete. Dieser Platz versah seinen Dienst bis zur Eröffnung der heutigen Anlage im Jahre 1913. Leider fehlen aus den Gründungsjahren schriftliche Aufzeichnungen, so dass es heute nicht mehr möglich ist, die sportlichen Leistungen der damaligen Schützenkameraden zu würdigen. Um die Jahrhundertwende haben dann regelmässig Verbandsfeste des Wahlkreises Kloten - Bassersdorf stattgefunden. Anscheinend war es mit der Treffsicherheit der Walliseller Schützen noch nicht zum Besten bestellt, vermerkte doch der damalige Aktuar nach dem Verbandsschiessen 1899 wehmütig im Protokoll: "Wallisellen erreichte neben 8 anderen Vereinen nur den bescheidenen 8. Rang. Es wird dieses Resultat wohl zur Genüge beweisen, wie sehr unser Verein noch der Übung in dieser edlen Kunst bedarf." Diese Äusserung blieb nicht ohne Folgen, beschloss doch die Vereinsversammlung, dass in Zukunft jeder Schütze mit 20 Rappen zu straffen sei, der in einem Sektionsstich eine Null schoss. Ebenfalls wurden Nuller bei Übungsschiessen mit 5 Rappen bestraft. In diese Zeit fallen auch Bemühungen, das gesellschaftliche Beisammensein zu pflegen. So marschierten die Schützen jeweils gemeinsam mit wehendem Banner und angeführt von einem Tambour an diese Anlässe und die Mitglieder hatten sich mit Unterschrift verpflichtet, am Bankett auf dem Festplatz teilzunehmen. Leider ist uns heute diese Musse etwas abhandengekommen. Öfters erscheint in den Protokollen zudem der Friedenwirt, der in dieser Zeit als neues Mitglied zum SVW stiess. In dessen gastlichem Haus scheinen sich unsere Vorfahren sowohl von Freude wie auch von Enttäuschungen erholt zu haben. Die zunehmende Zahl der Militärschützen bereitete dem Verein in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts zunehmend Mühe, wollten diese doch nur ihre obligatorische Bundesübung erfüllen. Dadurch wurde es unmöglich, die geforderte Beteiligung von 507 aller Mitglieder an Verbandsanlässen zu erfüllen. Der damalige Vorstand suchte den Ausweg in einer Zweiteilung des Vereins, die an einer a.o. GV im Jahre 1902 beschlossen wurde. Die aktiven Schützen behielten den Namen SVW bei, die Pflichtschützen bildeten einen neuen Verein unter dem Namen Militärschiessverein Wallisellen. Diese Lösung bewährte sich jedoch nicht, der Mitgliederbestand des MSV fiel auf 10 Mitglieder, so dass sich die beiden Vereine im Jahre 1910 wieder zusammenschlossen. Trotzdem war die Trennung befruchtend, wurde doch der SVW in diesen Jahren zunehmend aktiv und erreichte auch im Jahr 1905 endlich einen der begehrten Sektionskränze an einem Verbandsschiessen. Ebenfalls in dieser Zeit wurden mehrere Grümpelschiessen veranstaltet, Anlässe die mit der Beteiligung anderer Dorfvereine zu eigentlichen Dorffesten wurden und auch bei Herrn Trüeb, Wirt zum Frieden endeten. Der erste Weltkrieg schränkte den Schiessbetrieb stark ein, dass ausser einigen Übungen keine bedeutenden Anlässe noch möglich waren. Nach Kriegsende nahm das sportliche Schiessen wieder einen starken Aufschwung, wodurch auch die Gegensätze zwischen Aktiven- und Mussschützen erneut aufbrachen. Das führte zur Abspaltung der eifrigsten Schützen, die sich im Jahr 1921 zur Militärschützengesellschaft Wallisellen der heutigen SGW, zusammenschlossen. Zudem war 1916 Rieden eingemeindet worden, so dass Wallisellen nun 3 Schiessvereine aufwies. Dieser gewachsene Zustand hat sich bis heute erhalten. In den Jahren 1922 - 31 genossen überdies die Dietliker Schützen Gastrecht in Wallisellen, ein Zustand der heute leider nicht mehr denkbar ist.
Im Jahr 1938 feierte der SVW sein 75-jähriges Jubiläum mit einem Jubiläumsschiessen, daraus wird ersichtlich, dass er nach der Trennung ebenfalls wieder zunehmend aktiv geworden ist.
Nach dem 2. Weltkrieg ging es mit dem SVW stetig aufwärts. Die steigende Bevölkerungszahl liess den Mitgliederbestand anwachsen und die unsichere Zeit des kalten Krieges sorgte für das nötige Verständnis für die Belange der Schützen. In diese Wachstumsphase, die den SVW zum grössten der 3 Walliseller Schiessvereine machte, fällt auch die Gründung des Winterschiessens für den oberen Bezirksteil. Im Jahr 1958 gründete der SVW zusammen mit den Dietlikoner- und den Bassersdorfer Schützen den Verband zur Durchführung des Winterschiessens, das sich bis heute erhalten hat und sich nach wie vor einer grossen Beliebtheit erfreuen kann. Anfänglich marschierten die Walliseller noch mit Fahne und Tambour gemeinsam nach Bassersdorf, leider ist auch dieser schöne Brauch dem allgemeinen Zeitmangel und der zunehmenden Hektik zum Opfer gefallen. Im Jahr 1962 durfte der SVW sein 100-jähriges Jubiläum feiern, was er mit einem Schützenfest auch gebührend tat. Dieser gelungene Anlass führte 2300 Schützen aus 99 Sektionen aus der ganzen Ostschweiz nach Wallisellen. In die letzten 30 Jahre fallen eine ganze Reihe von sportlichen Erfolgen. Anscheinend hat sich die hundertjährige Erfahrung, gepaart mit Freude und Einsatz aller Vereinsmitglieder ausgezahlt. So errang der SVW immer wieder an Eidgenössischen und kantonalen Schützenfesten hervorragende Resultate. Ich möchte daraus nur das herausragendste anführen, nämlich das Eidgenössische 1985 in Chur, schossen doch die beteiligten 34 Schützen des SVW wohl das beste Resultat der Vereinsgeschichte. Wir erreichten in der II. Kategorie den 2. Rang von 552 Sektionen und schafften damit den Aufstieg in die erste Kategorie. Wir dürfen oder müssen uns nun mit den renommiertesten und stärksten Sektionen der ganzen Schweiz messen.
1965 beschloss der Bezirksvorstand, einen eigenen Gruppenmeisterschaftsfinal durchzuführen. Dieser wurde von Anfang an durch den SW organisiert und brachte unseren Gruppenschützen manchen Vollerfolg. So konnte die Karabinergruppe den begehrten Wanderpreis einige Male hier in Wallisellen behalten. Auch dieses Jahr haben wir ein Jubiläumsschiessen durchgeführt, diesmal in Form eines Gruppenschiessens. Auch dieser Anlass wurde zu einem vollen Erfolg, namen doch auch an diesem Anlass 274 Gruppen mit 1‘422 Schützen teil. Andererseits hat uns dieser Anlass auch die Probleme in organisatorischer und technischer Art vor Augen geführt, die mit unserer doch etwas veralteten Anlage auftreten. Die jüngste Zeit ist leider durch einige Probleme belastet. Die Wohnbauten wuchsen immer näher an den Schiessplatz heran und das Verständnis für die sportliche Betätigung anderer, vor allem wenn diese Lärm erzeugen, hat abgenommen. Unter diesen Umständen sind in den letzten Jahren alle Anstrengungen zur Verlegung oder Sanierung der Schiessanlage gescheitert. Wir Schützen haben uns immer kompromissbereit gezeigt und zu guten Lösungen Hand geboten. Zudem haben wir im Interesse der Anwohner unsere Schiesszeiten freiwillig reduziert, ohne Gegenforderungen zu stellen. Leider ist dieses Entgegenkommen in letzter Zeit schlecht honoriert worden, und unsere gesunde Einstellung zu Staat und Gemeinde scheint weniger zu
zählen als das laute Geschrei einiger Systemveränderer und Gegner unserer Institutionen. Ich hoffe, dass sich die Bevölkerung und die Behörden von Wallisellen wieder mehr bewusst werden, welcher Wert gesunde Vereine und ein gesundes Vereinsleben für die Gemeinde hat, und sich auch dafür einsetzen werden.
Leider fehlt die Fortsetzung bzw. ist nicht auffindbar.
Jubiläumsansprache von Gemeindepräsident Paul Remund am 2. Oktober 1987.
Liebe Schützenkameraden
Sehr geehrte Damen und Herren
Heute dürfen wir alle dem ältesten Walliseller Verein, dem Schiessverein Wallisellen zu seinem 125. Geburtstag herzlich gratulieren. Mit grosser Freude überbringe ich dem Schiessverein und allen seinen Mitgliedern die herzlichsten Glückwünsche des Gemeinderates. Gleichzeitig darf ich auch freudig feststellen, wie initiativ, lebendig und jugendlich sich unser Geburtstagskind am heutigen Feiertag präsentiert. Keine Spuren von Altwerden zeigt unser Jubilar und die vielfältigen Tätigkeiten des Schiessvereins für das Schiesswesen sind weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus bekannt; seine sportlichen Erfolge sind zahlreich und anerkannt. Der heutige Tag eignet sich ganz besonders dazu, einen Blick zurück auf die verflossenen 125 Jahre zu werfen, aber auch einen Ausblick in die Zukunft zu tun.
Die Gründung des Schiessvereins Wallisellen im Jahre 1862 fiel in eine Zeit gewaltiger politischer, wirtschaftlicher und militärischer Umwälzungen. Der letzte Bürgerkrieg in der Schweiz, nämlich der Sonderbundskrieg, lag erst 15 Jahre zurück und schon ein Jahr später erfolgte die Gründung unseres Bundesstaates in seiner heutigen Form. In der neuen, liberalen Bundesverfassung von 1848 wurde das bisher kantonale Militärwesen durch die Schaffung einer eidgenössischen Militärorganisation zentralisiert und vereinheitlicht. Rund um unser Land waren damals Revolutionen und Kriege im Gange. Die Verbindungen in Europa wurden verkürzt durch den Neubau eines umfassenden Eisenbahnnetzes. Die damit einhergehende Industrialisierung schuf gewaltige soziale Probleme auf unserem Kontinent. Die Verbesserung der Verteidigungskraft unserer Armee war dringend geboten. Durch die Schaffung der ersten schweizerischen Militärschule in Thun und durch die Förderung der ausserdienstlichen Tätigkeiten der Soldaten durch den damaligen Bundesrat wurde die Schlagkraft unserer Armee ganz wesentlich gesteigert.
Bereits 1856 kam es infolge des Neuenburger Handels zur ersten Generalmobilmachung unserer neuorganisierten Armee. Der König von Preussen bedrohte unser Land, weil er alte Sonderrechte der Oberhoheit über den Kanton Neuenburg forderte. Es gab damals eine riesige Welle patriotischer Gefühle, die aus unserem Volke hervorbrach, um diese grosse Gefahr für unser Land abzuwehren. Das Milizsystem unserer Armee hatte seine Bewährungsprobe bestanden. Überall in unserem Lande entstanden daraufhin Schützenvereine zwecks Organisation des ausserdienstlichen Schiesswesens, zur Förderung der Schiessfertigkeit, aber auch zur Pflege vaterländischer Gesinnung und der Kameradschaft.
"Roulez Tambours", dieses Lied unserer welschen Miteidgenossen entfachte in der ganzen Nation eine gewaltige Widerstandskraft. Dieser Wille zur Selbstbehauptung dürfte auch diejenigen Walliseller Schützen beseelt haben, die 1862 den Schiessverein Wallisellen gründeten. Bereits 8 Jahre nach der Gründung unseres Jubilars kam es zur zweiten Generalmobilmachung der Armee im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Wieder mussten unsere Schützen an die Grenze gehen. Unser Land und unser Volk konnte beim Grenzübertritt der Bourbaki Armee die ganzen Schrecken eines Krieges mitverfolgen, immer im Schutze unserer eigenen starken Armee.
Auch die Behörden von Wallisellen hatten begriffen, dass das Schiesswesen öffentlich zu fördern sei. Nach Provisorien in der Herti und im Breitenacker plante die Gemeinde Wallisellen im Seewadel, am heutigen Standort, den ersten echten Schiessstand. Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des Schiessvereins Wallisellen bewilligte die Gemeindeversammlung 1912 einen Kredit zum Bau des ersten Schützenhauses mit modernem Scheibenstand. Bereits 1913 konnte die neue Schiessanlage eingeweiht werden; sie kostete damals Fr. 23'323,--. Ich glaube aber, dass keiner der damaligen Stimmbürger dem Geld nachgetrauert hat, mussten sich doch unsere Schützen schon ein Jahr später, während des ersten Weltkrieges (1914-1918) wieder als Soldaten an der Landesgrenze bewähren.
Als Folge der baulichen Entwicklung der Gemeinde Wallisellen in den Zwanziger- und Dreissigerjahren und der damit zusammenhängenden Zunahme der Bevölkerung musste man gelegentlich an eine Erweiterung der Schiessanlage Seewadel denken. Die Planung dieser Standerweiterung wurde jäh unterbrochen durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939-1945). Jeder Schweizer wusste in dieser schweren Zeit, wie wichtig die schiesstechnische Ausbildung für unsere Schützen und Soldaten war. Es erstaunt deshalb nicht, dass mitten in dieser Grenzbesetzungszeit, nämlich im Jahre 1942, die Gemeindeversammlung der Erweiterung der Schiessanlage von 12 auf 24 Scheiben zustimmte und einen Kredit von Fr. 55'000.-- bewilligte. Der Bau konnte aber erst nach dem Krieg begonnen werden. Die heutige Schiessanlage wurde 1946 in Betrieb genommen. Die Bauabrechnung schloss mit Kosten von Fr. 81'554.-- ab.
Seit nunmehr 40 Jahren hat unsere Gemeinde eine enorme bauliche Entwicklung durchgemacht. Unserem Land und seinen Bewohnern ist seither ein Wohlstand beschieden worden, wie es sich niemand geträumt hätte. Dieser Wohlstand hat aber auch unschöne Nebenerscheinungen, Egoismus, Neid und mangelnde Toleranz erschweren unser Zusammenleben, ganz zu schweigen von fehlender Solidarität und Vernachlässigung unserer umfassenden Sicherheit. Man hat offensichtlich in unserem Land vergessen, dass die Freiheit jeden Tag neu erkämpft werden muss und dass sie auch ihren Preis hat.
In den vergangenen 12 Jahren hat der Gemeinderat immer wieder versucht, eine Schiessplatzplanung zu fördern, die möglichst allen Beteiligten und Interessierten gerecht geworden wäre. Die geplante regionale Anlage Gubel scheiterte an der Standortgemeinde Bassersdorf und an den Intrigen innerhalb des dortigen Gemeinderates. Eine Planungsstudie nördlich des Hofes Sunnebüel, für mich immer noch die beste Lösung des Problemes, scheiterte bereits im Vernehmlassungsverfahren. Nun komme ich zum kürzlich abgelehnten Vorschlag eines Neubaues der Schiessanlage am alten Standort im Seewadel. Vielleicht war es ein Fehler des Gemeinderates, den Stimmbürgern ein zu perfektes Projekt vorgeschlagen zu haben. Die Ablehnung der Vorlage Seewadel am 21. Juni 1987 ist folgenden Gegnergruppen zuzuschreiben. Den einen war der Preis zu hoch, den anderen war der Eingriff in die Landschaft zu krass. Eine dritte Gruppe will überhaupt keinen Schiessplatz und die letzte Gruppierung von Nein-Sagern bestand aus grundsätzlichen Armeegegnern und grünen Kommunisten. Es würde mir heute leichter fallen hier zu reden, wenn ich den Walliseller Schützen eine Zustimmung der Urnenabstimmung als Geschenk zu ihrem Jubiläum hätte überbringen können. Die Politiker sind gezwungen, Konsequenzen aus Abstimmungsresultaten zu ziehen. Es wäre unfair, wenn ich am heutigen Tage die Karten nicht offen auf den Tisch legen würde, um die Zukunft des Schiessplatzes Wallisellen aus behördlicher Sicht aufzuzeigen.
Als Auflage des eidgenössischen Schiessoffiziers wird sofort, als gebundene Ausgabe, eine Schiessblende erstellt (um die Bassersdorfer zu schonen). Zudem werden die notwendigen Anpassungen der Schiessläger sowie der Unterhalt des Schützenhauses an die Hand genommen.
Der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember 1987 wird die Anschaffung von 16 elektronischen Scheiben beantragt, wobei dem Projekt als Berechnungsgrundlage eine Benützungsdauer von 38 Schiesshalbtagen zugrunde liegt. Die Walliseller Schützen müssen Opfer bringen, aber auch die vom Lärm betroffene Bevölkerung muss sehen und zur Kenntnis nehmen, dass der Schiessbetrieb weitergeht. Der Gemeinderat hofft auf die Einsicht und das Organisationstalent der Walliseller Schützen, aber auch auf die Toleranz der Schiessplatzanwohner, damit man sich auf diesem mittleren Weg treffen kann. "Gott bewahre uns", dass sich die Behörden und die Stimmberechtigten von Wallisellen je Vorwürfe machen müssen, aus Kleinkariertheit, Eigennutz, Neid und Intoleranz zu wenig geleistet zu haben für Freiheit, Eigenständigkeit und Wehrhaftigkeit unseres Landes.
Die Walliseller Schützen waren und sind sich immer bewusst, dass das Schiesswesen, nebst dem sportlichen Wettkampf, ein wichtiger Beitrag zur Wehrbereitschaft unserer Armee ist. Deshalb liegt mir viel daran, Euch liebe Schützenkameraden, im Namen und Auftrag des Gemeinderates zu danken für die Organisation des ausserdienstlichen Schiesswesens, für die Betreuung und Anleitung der vielen Muss-Schützen, aber auch für die Durchführung der Jungschützenkurse.
Persönlich aber möchte ich allen meinen Kameraden im Schiessverein Wallisellen danken für die grosse Freundschaft, die ich in eurem Kreis immer wieder erleben durfte. Die Hundertjahrfeier 1962 und das Kantonale Schützenfest 1982 waren Höhepunkte unseres gemeinsamen Wirkens für die Schützensache. Schauen wir gemeinsam vorwärts, denn als Schützen sind wir in der Lage, uns etwas an die neuen Zeiten anzupassen. Aber niemals sind wir bereit, unsere Freiheit aufs Spiel zu setzen, unsere Waffen nicht mehr offen zu tragen oder auf unseren geliebten Schiesssport zu verzichten. Wir werden uns gemeinsam für eine wehrhafte und starke Schweiz einsetzen, getreu dem Losungswort auf dem Fahnentuch von Gottfried Kellers Fähnlein der sieben Aufrechten:
"Freundschaft in der Freiheit"
Aus dem Protokoll der Sitzung des Vorstandes vom 20. Oktober 1987.
2. Rückblick Jubiläumsabend vom 2.10.1987
Der Präsident fasst den Anlass wie folgt zusammen: Apero und Nachtessen waren eine gute Einstimmung. Alpenlandquintett konnte alle begeistern. Schade, dass der Saal nicht voll war. Gemeinde hat uns mit Fr. 4'000.-- überrascht. Dies zu Gunsten der Jungschützen. Werner Steinemann hätte das Geld am liebsten nicht genommen. Das OK hat in einem Brief an den Gemeindepräsidenten den Vorschlag gemacht, etwas von der Defizitgarantie den Jungschützen zu überweisen. Darauf wurde Paul Remund stock sauer. Umso mehr waren wir überrascht als Paul Remund mit dem Betrag von Fr. 4'000.-- angetanzt kam. Endtäuscht waren wir von der Rede des Gemeindepräsidenten sowie dem Verhalten von Paul Remund. Er deponierte seine Fr. 4'000.--, hat seine Rede gehalten und ist verschwunden. Man ist einstimmig der Ansicht, was sich Paul Remund geleistet hat, hat nichts mehr mit Anstand zu tun. Willi Rathgeb gibt folgendes zu Protokoll:
Wir haben für diesen Abend einen unwahrscheinlich grossen Aufwand getrieben und sind von unseren Mitgliedern sehr im Stich gelassen worden. Jeder hatte die Möglichkeit zusätzlich noch 3 Billette an seine Freunde und Bekannten zu verkaufen. Das sind nach unsere Rechnung 80 Mitarbeiter à 3 Billette wären 240 Billette. Es wurden aber nur deren 27 verkauft. Das äussert sich in der Abrechnung über den Festanlass wie folgt: Budgetiert hatten wir einen Aufwandüberschuss von Fr. 4'500.--. Frau Essig hat uns für das Wirten bei vollem Saal 60 Nachtessen angeboten. Für Apero, Wein, Musik und Div. hatten wir einen Bruttoaufwand von Fr. 8‘150.-- budgetiert. Abzüglich 240 verkaufte Billette à Fr. 15.-- = 3‘600.--. Somit wäre der Nettoaufwand bei 4‘500.-- gelegen. Frau Essig sah sich bei halbvollem Saal nicht mehr veranlasst uns 60 Nachtessen zu offerieren. So setzte sie den Preis pro Nachtessen auf Fr. 18.50 fest. (sehr bescheiden) Zudem hat sie versprochen, uns an unser Jubiläum Fr. 550.-- zu zahlen. Es war beschämend, dass sich nur 47 Mitarbeiter für das Nachtessen angemeldet haben. Um dem Ganzen einen würdigen Rahmen zu geben, haben wir dann noch div. Gäste zum Nachtessen eingeladen. Ferner haben wir im Anzeiger von Wallisellen ein Inserat aufgegeben um den Verkauf der Billette anzukurbeln. Leider kostete das Inserat Fr. 210.-- und kein einziges Billett wurde mehr verkauft. Wenn wir nun alles von der neuen Situation auflisten, kommen wir auf einen Nettoaufwand von Fr. 6‘500.-- also Fr. 2‘000.-- mehr als budgetiert. Falls sich an der GV jemand meldet und Bezug auf die Fr. 2'000.-- Mehrausgaben nimmt, wird er die richtige Antwort von W. Rathgeb erhalten. Ferner dankt W. Rathgeb P. Bürkler für den schriftlichen Aufwand den er getrieben hat, sowie für die grossen Tafeln ‚125 Jahre SV Wallisellen‘ die P. Bürkler von der Signal AG gratis erhalten hat und einen Wert von ca. Fr. 450.-- darstellen. Ferner macht W. Rathgeb dem Präsidenten ein Kompliment für seine gute Rede die er gehalten hat. Die Dankesschreiben übernimmt der Präsident. Gemeinde Wallisellen für Fr. 4'000.--, IG Wallisellen für Geld, Schiessvereine für Glocke, SV Dietlikon für Wappenscheibe.
Schlussbericht des OK-Präsidenten Otto Maurer.
Zur Einleitung und Erinnerung möge dienen, dass der SV Wallisellen anlässlich der Generalversammlung 1985 die Durchführung eines Jubiläumsschiessen beschloss. Mit 37 : 0 Stimmen wurde zwar ein C-Schiessen abgelehnt, hingegen konnte man sich mit 32 : 4 Stimmen (bei einer Enthaltung) für ein Gruppenschiessen entschliessen. Diese Auswahl - und damit möchte ich zum eigentlichen Bericht überleiten - hat sich im Nachhinein als absolut richtig erwiesen. Wieso diese Behauptung? Die Antwort lautet: Einnahmenüberschuss von Fr. 16‘388.35.
Nun aber der Reihe nach; das OK wurde ebenfalls an der GV 1985 gewählt und setzte sich wie folgt zusammen:
Präsident Fürst Hans **
Vice-Präsident, Anmeldung/Absenden Frei Karl
Sekretariat / Propaganda Bürkler Peter
Schiessbetrieb Meier Markus
Kassier Frauenfelder Emil
Personelles Stückelberger Martin
Gaben Fierz Ernst
Bauten Bürkler Jürg
Wirtschaft Portmann Josef
** Zum Jahreswechsel 1985/86 erklärte Hans Fürst aus beruflichen- und privaten Gründen seinen Rücktritt aus dem OK. Sein Amt wurde vom Schreibenden (Maurer Otto) übernommen.
Das Organisationskomitee bewältigte seine Aufgaben in 12 Sitzungen, beginnend am 16. April 1985 und endete am 20. November 1987. Die Amtszeit dauerte somit 31 Monate! Hier darf noch erwähnt werden, dass die Kameraden Emil Frauenfelder und Karl Frei, sowie der Berichterstatter schon dem OK „100 Jahre SVW“ angehörten.
Der Einsatz der OK-Mitglieder war während der ganzen Amtsdauer vorbildlich. Es fehlte nicht an guten Ideen und auch die ‚Hausaufgaben‘ wurden immer prompt auf den Tisch gelegt. Diese Umstände erlaubten eine speditive Erledigung der anfallenden Arbeiten und das in einem äusserst fairen und kameradschaftlichem Sinn und Geist. Dafür danke ich allen OK-Mitglieder im Nachhinein nochmals recht herzlich.
Das Schützenfest selbst, an dem 1‘422 Schützen teilnahmen, konnte ebenfalls reibungslos und unfallfrei bewältigt werden. Pro Tag waren im Durchschnitt 53 Mitarbeiter im Einsatz. Auch hier ist ein Kompliment angebracht, einerseits für die tatkräftige Mithilfe und anderseits für die Treue dem SVW gegenüber. Als Belohnung durften alle Mitarbeiter eine Einladung zur Jubiläumsfeier entgegennehmen. Dieselbe fand am 2. Oktober 1987 im Doktorhaus / Gemeindesaal statt und lief unter der Regie des amtierenden Vorstandes.
Abschliessend darf ich feststellen, dass der Schiessanlass geklappt und unserem Verein viel Lob und Anerkennung eingebracht hat. Darüber darf er stolz sein. Dankbarkeit gehört aber auch dazu, wobei ich besonders auf den unfallfreien Verlauf des Festes, das Wetterglück, den sportlichen und finanziellen Erfolg hinweisen möchte.
An der Generalversammlung vom 4. März 1988 erfolgte unter Traktandum 4 die Auflösung des OK-Jubiläumsschiessen, die Abnahme der entsprechenden Rechnung, sowie die Décharge-Erteilung an die Verantwortlichen. Anlässlich dieser GV konnte OK Vice-Präsident Karl Frei dem Vorstand des SVW bereits die kompletten Archivalien (schönes Wort) übergeben. Dieselben setzen sich wie folgt zusammen:
a) dreiseitiger Schlussbericht über den administrativen Sektor
b) 2 vollgestopfte Bundesordner mit Fotos und vollkommenen Unterlagern über:
- Reklame
- Protokolle / Korrespondenzen
- Propaganda
- Personelles
- Schiessbetrieb (Teilnehmerliste / Schiessplan)
- Absenden / Ranglisten
- Berichterstattung in der Presse
- Kassawesen
Diese Präzisionsarbeit, wofür ich Kamerad Karl Frei meinen besten Dank aussprechen möchte, hat es mir erlaubt, den Schlussbericht unter Umgehung von Details, als Rahmenbericht abzufassen.
Dem OK „150 Jahre SVW“ empfehle ich, diese Akten zu gegebener Zeit zur Hand zu nehmen und verbinde damit die besten Wünsche für einen erfolgreichen Anlass.
Der OK-Präsident Otto Maurer.
In der Ansprache von OK-Präsident Otto Maurer erwähnte hervorragende 2. Rang in der II. Kategorie von
552 Sektionen am Eidgenössischen Schützenfest in Chur 1985.








